** Erstes Montagsritual in diesem Schuljahr am Montag, 7. Oktober 2019, um 8.00 Uhr auf dem Basketballfeld. Sie sind alle herzlich Willkommen. **

GSIS > Bilingualer Vorteil

Bilingualer Vorteil

1. Leitgedanken / Vorwort
Warum ist unsere Schule bilingual?
Unsere Schule befindet sich in einem mehrsprachigen Land, dessen Amts- und Umgangssprache Englisch ist. Viele unserer Schülerinnen und Schüler kommen aus mehrsprachigen Familien und wachsen somit bilingual auf, wovon eine der Sprachen entweder Deutsch oder Englisch ist.

Der Erwerb mehrerer Sprachen ist sehr wichtig, da Fremdsprachenkenntnisse in der heutigen Berufswelt vorausgesetzt werden. Zudem kommt ein Großteil unserer Familien aus beruflichen Gründen weit in der Welt umher.

Dadurch dass die Schule sich vor einigen Jahren dazu entschied bilingual zu werden und einen englischen Zweig einzuführen, wurde die GSIS auch für Familien mit nicht deutschem Hintergrund interessant.

2. Bilingualität
Unter Bilingualität versteht man, dass jemand die Fähigkeit besitzt, zwei Sprachen zu sprechen oder zu verstehen. Im weitesten Sinne ist ein bilingualer Mensch jemand, der grammatikalische und kommunikative Fähigkeiten in zwei Sprachen besitzt, aktiv und/oder passiv.

3. Ziele der Bilingualität
Bereits von der Nursery an setzen sich die Kinder mit beiden Sprachen auseinander, da es ihnen im frühen Kindesalter besonders leicht fällt, Sprachen zu erlernen. Hiermit wird auch der Grundstein für das Erlernen weiterer Fremdsprachen gelegt. Die Kinder können sich nach kurzer Zeit im Alltag in beiden Sprachen verständlich ausdrücken.

Wer über mehrere Jahre an dieser Schule unterrichtet wird, kann sich auch über Alltagssituationen hinaus mündlich und schriftlich ausdrücken. Ihnen steht dann auch die Möglichkeit offen, eine andere weiterführende deutsche oder englische Schule zu besuchen.

4. Organisation
Im Vorschulbereich werden die Kinder von je einer deutschen und einer englischen Erzieherin unterrichtet. Jeden Tag sind beide Erzieherinnen den ganzen Vormittag anwesend und teilen sich die Aktivitäten untereinander auf. Die Kinder erleben so täglich beide Sprachen intensiv.

Im Primarschulbereich werden die Schülerinnen und Schüler nach Wunsch der Eltern in den englischen oder den deutschen Zweig eingeteilt. Hier werden die Fächer Deutsch bzw. Englisch und Mathematik in der entsprechenden Zweigsprache unterrichtet. Für die jeweilige „Fremdsprache“ wird die Lehrperson gewechselt und der Unterricht findet stundenmäßig in annähernd gleichem Umfang wie die Zweigsprache statt. Die anderen Fächer werden im Klassenverband beider Zweige zu etwa gleichen Teilen auf Deutsch oder Englisch unterrichtet (siehe Kontingentstafel im Anhang). Der deutsche Zweig orientiert sich am Thüringer Lehrplan und der englische Zweig am British National Curriculum.

Die Oberstufe (Klasse 7 und 8) wird momentan auf Deutsch unterrichtet, mit Fremdsprachenunterricht Englisch und Französisch.

5. Voraussetzungen und Rahmenbedingungen
In allen Stufen werden die entsprechenden Fächer jeweils von Muttersprachlern unterrichtet ohne in die Zweitsprache zu wechseln, ganz nach dem Prinzip „eine Person – eine Sprache“. Die Klassenzimmer sind auf die jeweiligen Sprachen ausgelegt und es werden Lernplakate in der entsprechenden Sprache als Anreiz aufgehängt.

Für alle Fächer gibt es die Lehrwerke in Deutsch und Englisch, welche die Ziele der entsprechenden Lehrpläne erfüllen.

6. Methodisch – didaktische Prinzipien
Da nicht alle Schülerinnen und Schüler beider Sprachen ausreichend mächtig sind, wird im Unterricht in besonderem Maße mit Anschauungsmaterialien gearbeitet. Viele Inhalte werden durch Erleben und Handeln vermittelt, dass es alle verstehen.

Gestik und Mimik stellen eine wichtige Unterstützung der gesprochenen Sprache dar. Wenn man die sprachgemischte Gruppe unterrichtet, wendet die Lehrperson das Papageienprinzip bewusst an, das heißt, die Lehrperson wiederholt wichtige Beiträge der Kinder sprachlich korrekt. Somit wird gewährleistet, dass die Kinder die Aussagen beim wiederholten Mal verstehen und die korrekte Formulierung verinnerlichen.

Partner- und Gruppenarbeit werden der Unterrichtssituation entsprechend angepasst, entweder speziell nach Sprachen getrennt oder bewusst durchmischt.

7. Bewertung
In Deutsch bzw. Englisch und Mathematik werden die Kinder regulär nach der vorgeschriebenen Notenskala 1-6 bewertet.

Auch in Fächern, in denen die Schülerinnen und Schüler beider Zweige zusammen unterrichtet werden, erhalten die Muttersprachler oder alle, die der Sprache mächtig sind regulär ermittelte Noten.

Die Fremdsprachler werden anders bewertet. Von ihnen wird verlangt, dass schriftliche Arbeiten in der Unterrichtssprache ausgefüllt werden. Diese Tests werden zweimal korrigiert. Bei der erste Korrektur werden nur Antworten in der Unterrichtssprache berücksichtigt, aber verstärkt auf den Inhalt und nicht auf Form und Ausdruck geachtet. Danach wird die erste Note reguär ermittelt. Bei der zweiten Korrektur muss gegebenenfalls die Lehrperson der anderen Sprache herangezogen werden. Nun werden auch die Antworten, die nicht in der Unterrichtssprache gegeben wurden, bewertet. Nun erhält die Arbeit eine zweite Note, welche die Antworten beider Sprachen berücksichtigt. Das Endergebnis des Testes ist der Mittelwert aus den beiden Noten.

Generell werden Fragen während eines Tests nicht in die andere Sprache übersetzt, aber durchaus zum besseren Verständnis umformuliert oder mit konkreten Beispielen aus dem Unterricht unterlegt.

Des Weiteren darf die Lehrperson im Einzelfall selbst entscheiden, ob mündliche Leistungen der Kinder der Fremdsprache stärker bewertet werden (max. 65%).

Im Zeugnis wird vermerkt, dass das Fach in der Fremdsprache belegt wurde.