German Swiss International School - Accra

The Bilingual Advantage

Bilinguales Konzept der German Swiss International School - Accra

  

  1. Leitgedanken / Vorwort

Warum ist unsere Schule bilingual?

Unsere Schule befindet sich in einem mehrsprachigen Land, dessen Amts- und Umgangssprache Englisch ist. Immer mehr unserer Schülerinnen und Schüler wachsen in mehrsprachigen Familien auf, in denen kein Deutsch gesprochen wird. Daher entschied sich die Schule vor einigen Jahren dazu, einen englischen Zweig im Kleinkindbereich einzuführen, der später auch auf die höheren Klassen ausgeweitet wurde. So wurde die GSIS zunehmend für Familien mit nicht deutschem Hintergrund interessant.

Der Erwerb mehrerer Sprachen ist sehr wichtig, da Fremdsprachenkenntnisse in der heutigen Welt vorausgesetzt werden. Zudem kommt ein Großteil unserer Familien aus beruflichen Gründen weit in der Welt umher.

 

  1. Bilingualität

Unter Bilingualität versteht man, dass jemand die Fähigkeit besitzt, zwei Sprachen zu sprechen oder zu verstehen. Im weitesten Sinne ist ein bilingualer Mensch jemand, der grammatikalische und kommunikative Fähigkeiten in zwei Sprachen besitzt, aktiv und/oder passiv.

 

  1. Ziele der Bilingualität

Bereits von der Nursery an setzen sich die Kinder mit beiden Sprachen auseinander, da es ihnen im frühen Kindesalter besonders leicht fällt, Sprachen zu erlernen. Hiermit wird auch der Grundstein für das Erlernen weiterer Fremdsprachen gelegt. Die Kinder können sich nach kurzer Zeit im Alltag in beiden Sprachen verständlich ausdrücken.

Wer über mehrere Jahre an der GSIS unterrichtet wird, kann sich auch über Alltagssituationen hinaus mündlich und schriftlich ausdrücken. Ihnen steht dann auch die Möglichkeit offen, eine andere weiterführende deutsche oder englische Schule zu besuchen.

 

  1. Organisation

Im Kindergarten und in der Nursery werden die Kinder von je einer deutschen und englischen Erzieherin und einer englischsprachigen Assistentin unterrichtet. Die Kinder erleben so täglich beide Sprachen intensiv. Die Eltern die Möglichkeit, ein zusätzliches Sprachförderangebot für ihr Kind wahrzunehmen. Englische und deutsche Lehrerinnen gestalten dieses Sprachangebot in Kleingruppen mit max sechs Kindern. 

Im Grund- und Sekundarschulbereich werden die Schülerinnen und Schüler nach Wunsch der Eltern in den englischen oder den deutschen Zweig eingeteilt. Hier werden die Fächer Deutsch bzw. Englisch und Mathematik in der entsprechenden Zweigsprache unterrichtet. Für die jeweilige „Fremdsprache“ wird die Lehrperson gewechselt und der Unterricht findet stundenmäßig in annähernd gleichem Umfang wie die Zweigsprache statt. Die anderen Fächer werden im Klassenverband beider Zweige zu etwa gleichen Teilen auf Deutsch oder Englisch unterrichtet. Der deutsche Zweig orientiert sich am Thüringer Lehrplan und der englische Zweig am Cambridge Curriculum.

  

  1. Voraussetzungen und Rahmenbedingungen

In allen Stufen werden die entsprechenden Fächer jeweils von Muttersprachlern unterrichtet ohne in die Zweitsprache zu wechseln, ganz nach dem Prinzip „one face - one language“. Die Klassenzimmer sind auf die jeweiligen Sprachen ausgelegt und es werden Lernplakate in der entsprechenden Sprache als Anreiz aufgehängt.

Für alle Fächer gibt es die Lehrwerke in Deutsch und Englisch, welche die Ziele der entsprechenden Lehrpläne erfüllen, sowie zweisprachige Wörterbücher.

 

  1. Methodisch – didaktische Prinzipien

Da nicht alle Schülerinnen und Schüler beider Sprachen ausreichend mächtig sind, wird im Unterricht in besonderem Maße mit Anschauungsmaterialien gearbeitet. Viele Inhalte werden durch Erleben und Handeln vermittelt, dass es alle verstehen.

Gestik und Mimik stellen eine wichtige Unterstützung der gesprochenen Sprache dar. Wenn man die sprachgemischte Gruppe unterrichtet, wendet die Lehrperson das Papageienprinzip bewusst an, das heißt, die Lehrperson wiederholt wichtige Beiträge der Kinder sprachlich korrekt. Somit wird gewährleistet, dass die Kinder die Aussagen beim wiederholten Mal verstehen und die korrekte Formulierung verinnerlichen (siehe auch DFU- Konzept und DaF- Konzept)

 

  1. Bewertung

In Deutsch bzw. Englisch und Mathematik werden die Kinder regulär nach der vorgeschriebenen Notenskala 1-6 bewertet.

Auch in Fächern, in denen die Schülerinnen und Schüler beider Zweige zusammen unterrichtet werden, erhalten die Muttersprachler oder alle, die der Sprache mächtig sind regulär ermittelte Noten.

Die Fremdsprachler werden anders bewertet. Von ihnen wird verlangt, dass schriftliche Arbeiten in der Unterrichtssprache ausgefüllt werden. Diese Tests werden zweimal korrigiert. Bei der Erstkorrektur werden nur Antworten in der Unterrichtssprache berücksichtigt, aber verstärkt auf den Inhalt und nicht auf Form und Ausdruck geachtet. Danach wird die erste Note regulär ermittelt. Bei der zweiten Korrektur muss gegebenenfalls die Lehrperson der anderen Sprache herangezogen werden. Nun werden auch die Antworten, die nicht in der Unterrichtssprache gegeben wurden, bewertet. Die Arbeit erhält eine zweite Note, welche die Antworten beider Sprachen berücksichtigt. Das Endergebnis des Testes ist der Mittelwert aus den beiden Noten.

Grundsätzlich werden Fragen während eines Tests nicht in die andere Sprache übersetzt, aber durchaus zum besseren Verständnis umformuliert oder mit konkreten Beispielen aus dem Unterricht unterlegt.

Es liegt im Ermessen der Klassenlehrer bei Quereinsteigern/Sonderfällen Ausnahmen zu machen und zusätzliche Hilfestellungen zu geben.

Generell darf die Lehrperson im Einzelfall selbst entscheiden, ob mündliche Leistungen der Kinder der Fremdsprache stärker bewertet werden (max. 65%).

Im Zeugnis wird vermerkt, dass das Fach in der Fremdsprache belegt wurde.

 

Stand: Dezember 2015